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Recycling

Recycling

Die Kreislaufführung von Produkten vermindert die notwendige Rohstoffentnahme aus der Natur und in den meisten Fällen den Energiebedarf bei der Herstellung der Rohstoffe (Sekundärrohstoffe) im Vergleich zur Primärherstellung. Dies sind beides hoch erwünschte Effekte.

Jedoch müssen auch bei der Sekundärherstellung von Rohstoffen (z.B. Aufbereitung von Metallen) in der Regel noch Anteile des Primärrohstoffes zugefügt werden. Die Abbildung zeigt den Stoffkreislauf von Stahl.

Abbildung: Illustration der Stahlflüsse in EU 15 (2004). Quelle: Eurofer, 2007.

Unbefriedigend an der Idee der ständigen Kreislaufführung ist heutzutage noch die praktische Umsetzbarkeit. Dass ein Material theoretisch recyclierbar ist, bedeutet nicht, dass daraus tatsächlich (und beliebig oft) Sekundärmaterial gewonnen werden kann. Dies liegt unter anderem an

  • mangelhafter Mülltrennung im Haushalt
  • mangelhafter Trennmöglichkeit des Haushaltsmülls
  • lückenhaften Sammel- / Rücknahmesystemen
  • mangelhafter Trennbarkeit von Materialien (Verbundmaterialien)
  • „Verunreinigung“ von Stoffen / Materialien (z.B. Materialzusätze, Mischkunststoffe. Legierungen)
  • sortenreine Erfassung (noch) nicht möglich
  • technische Möglichkeiten zur Trennung oder Aufbereitung bestimmter Materialien (noch) nicht vorhanden oder ausgereift, etc.

 

Abbildung: Rückgewinnungsraten von Metallen am Beispiel Gold. Quelle: Ökopol, 2011

Das führt dazu, dass recyclierbare Materialien nach dem Gebrauch entweder dem Kreislauf überhaupt nicht erst zugeführt werden oder nicht sortenrein recycliert werden können, was zu einer Qualitätsverschlechterung des Materials führt (sog. Downcycling). Spätestens im nächsten oder übernächsten Lebenszyklus sind diese Materialien durch die immer schlechter werdenden Materialeigenschaften für die Kreislaufführung verloren.

Alleine recyclingfähige Materialien einzusetzen ist daher noch kein Garant für eine tatsächliche und hochwertige Kreislaufführung – im Produktdesign muss auf weitere Aspekte wie Vermeidung von Verbundmaterialien und Verunreinigungen oder tatsächliche Rückführung des Produkte geachtet werden, um eine beständige Kreislaufführung von Materialien zu gewährleisten. 

Vor dem Recycling von Produkten kann als geeignete Maßnahme auch eine Wiederverwendung der Materialien angestrebt werden, so dass Probleme der Aufbereitung, und auch der dafür benötigte Energieeinsatz zunächst vermieden werden können.