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Nachwachsende Rohstoffe

Nachwachsende Rohstoffe

Die Verwendung nachwachsender Rohstoffe (NaWaRo) als Produktmaterialien ist grundsätzlich zu begrüßen. Das schont vor allem Rohstoffe und Ressourcen. Dennoch kann auch der Einsatz nachwachsender Rohstoffe problematisch sein.

Sofern NaWaRo extra für die Gewinnung von Energie oder Materialien angebaut werden, kann dies (auch abhängig von der geographischen Herkunft) ökologische und soziale Probleme mit sich bringen:

  • Nahrungsmittelkonkurrenz
  • Flächenfraß
  • Zerstörung von ökologisch wertvollen Naturgebieten für den Anbau / Abbau
  • Anbau in Gebieten mit Wasserproblematik (Knappheit, Verunreinigung)
  • Beschaffung (insbesondere bei Holz: Illegale Holzeinschläge, etc.)
  • Lange Transportwege etc.

Auch der Anbau also solcher kann enorme Auswirkungen haben, z.B. Folgen der Intensivlandwirtschaft:

  • Anbau von Genpflanzen
  • Monokulturen etc.

Sofern nachwachsende Rohstoffe nicht als sortenreine Materialien in der Produktherstellung verwendet werden (z.B. Holz) sondern Bestandteil von Materialgemischen sind (z.B. Zusatz von Additiven oder Gemische aus Biokunststoffen und herkömmlichen Kunststoffen), ist außerdem die Entsorgung schwierig. Sie können dann häufig weder kompostiert noch recycelt werden.

In den genannten Fällen werden nachwachsende Rohstoffe in einer ökologischen Analyse (z.B. Ökobilanz) daher schlechter abschneiden als „herkömmliche“ Materialien.

Soll der Einsatz nachwachsender Rohstoffe postive Auswirkungen auf die Umweltwirkung von Produkten haben, so ist unter anderem auf Folgendes zu achten:

  • Verwendung von landwirtschaftlichen Abfall-/Restprodukten oder aus nachhaltigem Anbau
  • Geographische Herkunft / Hintergrund des Anbaus beachten
  • Art des Anbaus (keine Intensivlandwirtschaft)
  • Vermeidung von Mischmaterialien
  • „umweltfreundliche“ bzw. jeweils sinnvollste Entsorgung sicherstellen: Recyclierung, Wiederverwendung, Kompostierung, energetische Verwertung, etc.

Nachwachsende Rohstoffe sind als Produktmaterial anzustreben. Allerdings ist die Eignung im Einzelnen genau zu prüfen.