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Politischer Rahmen

IPP - Integrierte Produktpolitik

Das Grünbuch zur Integrierten Produktpolitik der EU Kommission1 bietet eine Grundlage zum Verständnis, was unter diesem Begriff zu verstehen ist:

Mit dem Konzept der integrierten Produktpolitik wird das Ziel verfolgt, die Umweltauswirkungen von Produkten während ihres gesamten Lebenszyklus vom Abbau der Rohstoffe über die Herstellung, den Vertrieb, die Verwendung bis hin zur Abfallentsorgung zu verringern. Grundlage dieses Ansatzes ist die Erkenntnis, dass es notwendig ist, die Umweltauswirkungen des Produkts in jedem Stadium seines Lebenszyklus zu berücksichtigen, und dass diese Einfluss auf die Entscheidungen der beteiligten Gruppen haben sollten.“


Abb: Umweltwirkungen während der Produktherstellung. Quelle: Ökopol (2011)


 

Das Grünbuch verweist also explizit auf die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus und spezifiziert weiter:

Die integrierte Produktpolitik konzentriert sich auf die entscheidenden Phasen im Lebenszyklus, welche ausschlaggebend für die Umweltauswirkungen von Produkten sind und in denen Verbesserungen vorgenommen werden können. Dies sind vor allem die Phasen des Ökodesigns von Produkten, der sachkundigen Entscheidungen der Verbraucher und der Berücksichtigung des Verursacherprinzips bei der Festlegung der Produktpreise. Zudem fördert die IPP Instrumente und Werkzeuge zur Betrachtung des gesamten Produktlebenszyklus.“

Entsprechende Untersuchungen und Pilotvorhaben in der EU zeigten, dass der überwiegende Teil der Umweltwirkungen vom Ressourcenabbau über die Herstellung, Verwendung und Entsorgung von Produkten bereits im Entwurfs- und Designprozess festgelegt wird, da hier die die Materialien, ihre Zusammensetzung und Massen sowie die Art ihrer Verbindung festgelegt und mögliche Nutzungen eröffnet werden. Durch umsichtiges Produktdesign können daher die Umweltbelastungen von Produkten reduziert werden.


 

 

Abb.: Einfluss der Produktplanung auf Umweltwirkung. Quelle: Heßling, T. (2006)


 

Die Integrierte Produktpolitik (IPP) schafft Rahmenbedingungen, die die Marktakteure unterstützen, ihre Produkte nach ökologischen Kriterien zu verbessern und sie auffordert, in einen Verbesserungsdialog zu treten.  

IPP will außerdem eine Denkweise vermitteln: es geht um die ökologische Betrachtung des Kreislaufs von Produkten. Durch die Anwendung verschiedener Methoden sollen die Umweltauswirkungen, die ein Produkt in den verschiedenen Phasen seines Lebenszyklus verursacht, vermindert werden. Darüber hinaus sollen ökologische Aspekte schon bei der Produktentwicklung berücksichtigt und mit anderen Zielen wie Funktion, Kosten, Qualität und Sicherheit in Einklang gebracht werden. 

Die Integrierte Produktpolitik basiert auf 5 Grundsätzen:

1) Denken in Lebenszyklen

2) Zusammenarbeit mit dem Markt

3) Einbeziehung aller Beteiligten

4) Laufende Verbesserung

5) Flexible politischen Instrumente   

 

 

1 KOM (2001) 68 endgültig Brüssel, den 07.02.2001 http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/site/de/com/2001/com2001_0068de01.pdf